BAU- UND ARCHITEKTENRECHT - Mangelhafte Abdichtungsarbeiten = Anscheinsbeweis für Überwachungsfehler

BAU- UND ARCHITEKTENRECHT
Mangelhafte Abdichtungsarbeiten = Anscheinsbeweis für Überwachungsfehler

Ein Architekt war mit der Planung und Überwachung eines Bauvorhabens beauftragt. Nach Abnahme der Bauarbeiten tritt Wasser ins Mauerwerk ein. Es stellt sich heraus, dass dies u. a. auf unzureichende Entwässerungs- und Abdichtungsarbeiten an den Balkonen zurückzuführen ist. Die Bauherren nehmen den Architekten in Anspruch und verlangen Schadensersatz hinsichtlich der aufgewendeten Mängelbeseitigungskosten.

Vor dem Brandenburgischen Oberlandesgericht haben die Bauherren Erfolg. Ihnen steht gegen den Architekten ein Anspruch auf Schadensersatz wegen mangelhafter Bauüberwachung zu. Unter Verweis auf die ständige obergerichtliche Rechtsprechung weist das OLG darauf hin, dass es sich bei Abdichtungs- und Entwässerungsarbeiten um besonders gefahrträchtige Arbeiten handelt. Diese muss der Architekt in besonderer, gesteigerter Weise beobachten und überprüfen. Kommt es zu Ausführungsmängeln bei derartigen Arbeiten, muss man davon ausgehen, dass der Architekt seine Bauüberwachungspflicht schuldhaft verletzt hat und deswegen haftet. Nur wenn der Architekt substanziiert darlegt und beweist, welche Überwachungsmaßnahmen er geleistet hat, kann er den Vorwurf der mangelhaften Bauüberwachung entkräften und einer Haftung entgehen. Dies war hier dem Architekten nicht gelungen (Urteil vom 30. März 2017, Az. 12 U 71/16).


 

 
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