VERKEHRSRECHT
Augen auf beim Ein- und Aussteigen!

Wer seine Autotür unachtsam öffnet, haftet für den Schaden, der dadurch bei einem Unfall entsteht. Dies gilt sowohl für den Fahrer als auch für den Beifahrer. Eine Haftungsverteilung kommt nur dann in Betracht, wenn besondere Umstände hinzutreten, beispielsweise der Vorbeifahrende einen zu geringen Seitenabstand hält. Das Amtsgericht Hamburg-Barmbek hält in seinem Urteil vom 6. August 2015 - AZ: 814 C 86/15 – eine Haftungsverteilung auch dann für angemessen, wenn die Fahrzeugtür bereits längere Zeit geöffnet war.

Im konkreten Fall kollidierte die Klägerin mit der bereits längere Zeit geöffneten hinteren linken Tür des Beklagtenfahrzeugs. Das Gericht nahm eine Haftungsverteilung von 70 % zu 30 % zulasten des Beklagten an. Dieser habe ein erhebliches Hindernis dadurch geschaffen, dass er seine Tür für eine nicht unbedeutende Zeit vollständig habe offen stehen lassen. Da das Gericht zu der Überzeugung gelangte, dass die Fahrzeugtür bereits geraume Zeit geöffnet und nicht – wie von der Klägerin behauptet – plötzlich geöffnet worden war, müsse sich die Klägerin einen Haftungsbeitrag von 30 % aufgrund der Betriebsgefahr ihres eigenen Fahrzeuges anrechnen lassen.

In jedem Fall gilt, sich beim Ein- und Aussteigen aus einem Fahrzeug – egal ob als Fahrer oder Beifahrer – sorgfältig nach hinten zu vergewissern, ob ein gefahrloses Öffnen der Türen möglich ist. Den an einem parkenden Fahrzeug Vorbeifahrenden ist anzuraten, auf einen gehörigen Seitenabstand zu achten. Wie groß dieser zu sein hat, ist wiederum eine Frage des jeweiligen Einzelfalles und hängt insbesondere von den örtlichen Straßenverhältnissen ab.

 

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